Elektroinstallation
Altbau-Elektrik sanieren: Warnzeichen, Ablauf und worauf es ankommt
Viele Altbauten in Köln haben noch Elektroleitungen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Wir zeigen, wann eine Sanierung nötig ist, wie sie abläuft und wie Sie das Haus fit für Wallbox und Wärmepumpe machen.
Redaktion TOKSEL ElektrotechnikVeröffentlicht am 3 Min. Lesezeit

Ob Gründerzeitbau in der Kölner Südstadt, Nachkriegshaus in Hürth oder Reihenhaus aus den 1970er-Jahren im Rhein-Erft-Kreis: Viele Gebäude haben eine Elektroinstallation, die für den heutigen Bedarf nie gedacht war. Damals gab es wenige Steckdosen, kaum Großgeräte und keine Fehlerstrom-Schutzschalter. Heute laufen Induktionskochfeld, Wäschetrockner und Homeoffice gleichzeitig – und bald vielleicht auch Wallbox und Wärmepumpe.
Bestandsschutz – und seine Grenzen
Eine Elektroanlage, die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung den damaligen Regeln entsprach, darf grundsätzlich weiter betrieben werden. Dieser Bestandsschutz endet jedoch, wenn
- von der Anlage eine Gefahr ausgeht, zum Beispiel durch beschädigte Isolierungen, oder
- die Anlage wesentlich geändert oder erweitert wird – dann muss zumindest der geänderte Teil dem heutigen Stand entsprechen.
Hinzu kommt: Wer vermietet, trägt eine Verkehrssicherungspflicht. Eine regelmäßige Überprüfung der Elektroanlage ist daher auch ohne ausdrückliche gesetzliche Pflicht dringend zu empfehlen.
Warnzeichen für eine veraltete Elektroinstallation
- Zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter: In älteren Gebäuden fehlt häufig der grün-gelbe Schutzleiter; Steckdosen haben dann keinen wirksamen Schutzkontakt.
- Stoffummantelte oder spröde Leitungen, deren Isolierung bei Berührung bricht.
- Schraubsicherungen ohne FI-Schutzschalter in der Verteilung.
- Zu wenige Stromkreise: Küche, Bad und Wohnräume hängen an einer einzigen Sicherung, die häufig auslöst.
- Warme Steckdosen, Schalter oder Stecker, flackerndes Licht oder Schmorgeruch.
- Viele Mehrfachsteckdosen als Dauerlösung, weil Steckdosen fehlen.
Treffen mehrere Punkte zu, sollte eine Elektrofachkraft die Anlage prüfen. Messungen von Isolationswiderstand und Schleifenimpedanz zeigen schnell, wie es um die Installation steht.
Teilsanierung oder Komplettsanierung?
Nicht immer muss alles neu. In der Praxis haben sich drei Stufen bewährt:
| Umfang | Typische Maßnahmen | Sinnvoll, wenn … |
|---|---|---|
| Sicherheitsnachrüstung | FI-Schutzschalter, Überspannungsschutz, Austausch defekter Komponenten | Leitungen sind in gutem Zustand, ein Schutzleiter ist vorhanden |
| Teilsanierung | Neue Unterverteilung, zusätzliche Stromkreise für Küche und Bad, Erneuerung einzelner Leitungen | Einzelne Bereiche sind überlastet oder modernisierungsbedürftig |
| Komplettsanierung | Neuer Zählerschrank, neue Verteilung, neue Leitungen in allen Räumen | Schutzleiter fehlen, Leitungen sind marode oder eine umfassende Renovierung ist geplant |
So läuft eine Sanierung ab
- Bestandsaufnahme und Messung: Zustand von Leitungen, Verteilung und Zählerschrank.
- Planung: Anzahl und Lage von Steckdosen, Lichtauslässen und Stromkreisen – orientiert an DIN 18015 und an Ihren Wünschen, etwa für Homeoffice, Smart Home oder Netzwerk.
- Zählerschrank und Verteilung: bei Bedarf ein neuer Zählerschrank und eine neue Unterverteilung mit FI-Schutzschaltern.
- Leitungsverlegung: in Schlitzen, Leerrohren oder Kanälen – je nach Bausubstanz.
- Prüfung: Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 mit Prüfprotokoll.
Bewohnte Gebäude lassen sich häufig abschnittsweise sanieren, sodass immer ein Teil der Wohnung nutzbar bleibt.
Zukunftssicher planen
Wer ohnehin saniert, sollte die nächsten Jahre gleich mitdenken:
- Leerrohre zum Stellplatz für eine spätere Wallbox,
- Platz in der Verteilung für Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe,
- Netzwerkleitungen in Arbeits- und Wohnräume,
- Überspannungsschutz und FI-Schutzschalter nach aktuellem Stand.
Wir sanieren Elektroanlagen in Köln, Hürth und im Rhein-Erft-Kreis – mehr unter Elektroinstallation und Prüfung & Wartung.
Häufige Fragen
Was kostet eine Elektrosanierung im Altbau?
Das hängt von Größe, Bausubstanz und Umfang ab. Eine Sicherheitsnachrüstung mit FI-Schutzschaltern ist vergleichsweise günstig, eine Komplettsanierung mit neuen Leitungen deutlich aufwendiger. Nach einer Bestandsaufnahme erhalten Sie ein detailliertes Angebot.
Kann ich während der Sanierung in der Wohnung bleiben?
Oft ja, denn viele Arbeiten lassen sich abschnittsweise ausführen. Für den Tausch von Zählerschrank und Verteilung ist die Wohnung allerdings für einige Stunden ohne Strom.
Muss ich als Vermieter die Elektrik sanieren?
Eine pauschale Pflicht gibt es nicht. Vermieter müssen aber dafür sorgen, dass von der Elektroanlage keine Gefahr ausgeht. Eine regelmäßige Prüfung durch eine Elektrofachkraft schafft Sicherheit und dokumentiert Ihre Sorgfalt.
Passende Leistung
Elektroinstallation
Elektroinstallation für Gewerbe- und Wohnbau – im Neubau wie in der Sanierung, inklusive Zählerplatz und Unterverteilung.
Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine Prüfung oder Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Normen, Gesetze und die Vorgaben Ihres Netzbetreibers.


